Jens Dutzis Life

Linux, Server, Webhosting and more ;-)

Durchsuche Beiträge mit Schlagwörtern abmahnung

Nun, vielleicht sollte ich zuerst einmal zurück zum Anfang. Vorab der Hinweis, dass ich aus rechtlichen Gründen erst einmal keine Namen nennen möchte. Wie einige bestimmt wissen, betreibe ich seit über 10 Jahren ein relativ passabel laufendes Diskussionsforum über das Thema Hardware– und Treiber. Am letzten Freitag kam von einem Unternehmen (einer GmbH) eine bitterböse eMail wo man mir androht mich anzuzeigen und abzumahnen falls ich nicht die Aussage, das Unternehmen sei “pleite”, entfernen würde. Desweiteren sollte ich den Beitrag aus den Google Suchtreffern und dem Google Cache entfernen.

Natürlich schaute ich direkt ins Forum und und fand tatsächlich ein gut 5 Jahre alten Beitrag eines anderen Foren Mitglieds, dass das Unternehmen Example GmbH  pleite oder zumindest an das Unternehmen an Firma2 verkauft worden sei. Um die Verwirrung etwas aufzulösen schaute ich mir den Fall einmal genauer an.

Im Forum ging es bei dem Beitrag um ein relativ bekanntes Unternehmen, welches vor einigen Jahren MP3-Player und andere Hifi-Komponenten herstellte. Ein Blick in die eMail zeigte mir, dass die Firma nicht im entfernten mit MP3-Player oder ähnliches zu tun hat. Da beide Unternehmen die gleiche Internetdomain haben sprach schon einiges dafür, dass der MP3-Player Hersteller aus dem Forenthema nicht mehr existiert. Dank http://www.archive.org/ konnte ich mir einmal ältere Versionen der Seiten unter dieser Domain anschauen und hier fand sich sogleich natürlich eine Version der Seite auf der die damaligen Kunden über ein Verkauf des MP3-Herstellers informiert wurden.

Konnte es also sein, dass hier zwei GmbHs mit dem gleichen Namen existierten? Theoretisch wäre dies natürlich möglich. Allerdings wollte ich nochmal genauer hinschauen und schaute mit den Handelsregister-Eintrag des Unternehmens, von welchem die eMail kam. Die Ersteintragung des Unternehmens erfolgte im Januar 2009, also vor etwa einem Jahr. Nur zur Erinnerung, der beanstandete Beitrag war aus dem Jahr 2005!

Bei sowas fragt man sich doch, was sich das Unternehmen bei dieser eMail gedacht hat. Hätte man nicht erkennen können, dass hier augenscheinlich von einem komplett anderen Unternehmen die Rede ist? Nicht nur durch den Inhalt der Beiträge, sondern auch durch das Datum des Beitrags? Meiner Meinung nach wäre es in einem solchen Fall doch eher angebracht den Betreiber des Forums höflich zu fragen ob man den Beitrag nicht entfernen könne. In den den meisten Fällen sind dazu die Seitenbetreiber nämlich durchaus bereit. Insbesondere auch dann, wenn es sich um ein mehrere Jahre alten Beitrag handelt.

Besonders “schön” fand ich noch, dass etwa eine Stunde nach einer freundlichen Antwort meinerseits erneut die Drohung zugestellt wurde und zwar per Fax. Das ganze obwohl der Beitrag zu dem Zeitpunkt schon lange korrigiert war. Meiner Meinung nach passt dies durchaus ins Bild über das Unternehmen. Eine Antwort auf meine eMail und dem späteren Fax steht im übrigen noch aus. Gespannt bin ich jedenfalls ob ich noch etwas von dem Unternehmen erhalte …

Beim Thema ein– und zweistellige .de Domains überschlagen sich zur Zeit die Ereignisse. Mittlerweile gibt es im Internet auch schon die ersten Forderungen die Vergabe vorerst abzubrechen. Exemplarisch sei hier das Domain Blog von Richard Martin zu nennen.

Begründet wird die Forderung mit dem Hinweis, dass das vorgehen einiger Anbieter hochgradig bedenklich seien. Es ist zum Teil auch fragwürdig, ob sich einige der geplanten Angebote überhaupt mit den Registrierungsbedinungen der Denic vereinbar seien. Zumindest sei es, laut Richard Martin, hochgradig unseriös.

Mit seinen aufgeführten Punkten hat er dabei durchaus nicht unrecht. Es wäre möglich, dass zum Beispiel jemand für sehr viel Geld sich die Domain t.de sichert. Die Deutsche Telekom dagegen wird die Registrierung dagegen mit relativer Sicherheit nicht auf sich sitzen lassen und versuchen eine einstweilige Verfügung zu erwirken.

Zumindest hätte man aller den Ablauf der Registrierung deutlich besser durch die Denic geplant werden können. Zum Beispiel hätte man einen Zeitraum einrichten können, bei dem Markeninhaber, deren Marke zum Zeitpunkt X existierte ein Vorkaufsrecht haben. Ein ähnliches Vorgehen also wie bei .eu Domains.

Vielleicht macht sich die Denic nochmals Gedanken über die eigenen Pläne und stoppt erstmal den geplanten Ablauf für die Registrierung. Was aktuell abläuft ist jedenfalls für eine der größten Länderkennungen meiner Meinung nach absolut unwürdig.

Die kleinen Notebooks wie den Asus Eee PC werden immer beliebter und jüngste Statistiken zeigen, dass mittlerweile mehr Notebooks verkauft werden als normale Workstations. Zugegeben, die kleinen Notebooks sind gerade für Leute die öfters unterwegs sind schon relativ praktisch.

Diesmal allerdings wurde der von der Presse verwendete Name “Netbooks” laut dem bekannten Blogger Udo Vetter für einige gewerbliche Internetseitenbetreiber zur Falle. Auf den vermeintliche Gattungsbegriff “Netbooks” soll laut einem Schreiben einer Londoner Anwaltskanzlei die Firma Psion PLC ein Markenrecht besitzen. Journalisten oder Blogger sollen laut einer Erklärung der Kanzlei von den Abmahnungen nicht betroffen sein, auch wenn es Psion wohl nicht unrecht wäre, wenn man in Zukunft ein anderen Begriff für diese Notebook-Klasse verwenden würde.

Fragt sich nur, warum Psion die Abmahnungen verschickt, da sie selber zur Zeit keine “Netbooks” mehr produzieren und mir ist auch keine Pressemeldung bekannt in denen ein solches Produkt von Psion angekündigt wurde.

Positiv ist wenigstens dabei, dass die Abmahnung für die Seitenbetreiber nicht mit einer teureren Kostennote versehen war und auch die gesetzte Frist (März 2009) großzügig bemessen wurde.