Jens Dutzis Life

Linux, Server, Webhosting and more ;-)

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Da versucht man für ein guten Kunden noch während des Gesprächs eine .de Domain zu registrieren und denkt sich nichts böses. Da kommt überraschend folgende Meldung:
Laufende Wartungsarbeiten für das gewählte Modul bzw. den gewünschten Dienst.
module currently not available [.DE Registry System Outage]

Wartungsarbeiten? Die waren doch für gestern angekündigt. Noch während ich darüber nachdenke was los ist klingelt auch mein Handy und eine SMS trifft ein:

KRITISCH POP3 auf borg.tf-network.de 12.05.2010 14:02:27, POP CRITICAL — Invalid hostname, address or socket: borg.tf-network.de
KRITISCH HTTP auf voyager.tf-network.de 12.05.2010 14:05:39, Name or service not known HTTP CRITICAL — Unable to open TCP socket

Schon spricht mich auch gleich jemand per Chat an, der seine Domain bei mir nicht auflösen konnte.

Ein erster Test zeigte relativ schnell, was passiert ist. Innerhalb weniger Minuten haben sich bei der Denic 4 der 6 für die .de-Zone zuständigen Nameserver zur Zeit nicht mehr korrekt antworten (Antwort: NXDOMAIN). Dies hat zur Folge, dass zur Zeit praktisch alle .de Domains nicht mehr korrekt erreichbar sind. Damit ist praktisch die drittgrößte Domainzone zur Zeit faktisch vom Internet abgeschnitten, was nicht häufig vorkommt. Der Ausfall wurde auch mittlerweile von der Denic in Frankfurt bestätigt.

Ich möchte jetzt echt nicht wissen, was bei den verschiedenen Internetanbietern im Supportbereich los ist — viel Spass an die Support-Agenten. Sonderkündigung!!2213″§”$§!!

Wer möchte, kann sich auch einmal die Twitter-Meldungen zum Ausfall anschauen. Zum Teil wirklich amüsant und ja, Twitter ist erreichbar, da es sich um keine .de Domain handelt ;-)

[Update]

Mittlerweile scheinen laut meinen Tests alle 6 für die .de Zone relevanten Nameserver zu reagieren. Das Problem selber kann sich allerdings noch circa 2h bemerkbar machen. Hintergrund ist, dass die Nameserver zum Teil „NXDOMAIN” zurücklieferten, was bedeutet, dass für den angeforderten Domainnamen kein Eintrag existiert. Das verhängnisvolle ist dabei, dass die Meldung ein Time-to-live von 7200 Sekunden, oder anders formuliert, 2 Stunden hat. Das bedeutet, dass die Nameserver der einzelnen Provider diese falsche Rückmeldungen im Cache haben bis zum Ablauf der 2 Stunden. Das gleiche gilt übrigens auch für Proxy-Server wie Squid. Das einzige Gegenmittel wäre den Cache zu resetten — wobei ich davon ausgehe, dass größere Provider ein reset durchführen.

brief_Seite_1 Unerwünschte Werbepost kennt leider ja mittlerweile wohl jeder. Allerdings kam gestern ein Exemplar, was ich dann doch schon etwas dreist finde.

Vor einigen Tagen wurde durch die Denic zweistellige Domainnamen zur Registrierung freigegeben, wobei es dabei zu einigen Problemen kam. Die Domain “co.de” ging dabei wohl an die Websuche Search Technology GmbH & Co.KG, welche gleich einmal eine passende Idee hatte um mit der Adresse einiges an Umsatz zu generieren.

Im Gegensatz zu den .de Domains können bei anderen Toplevel-Domains wie .uk nur  Subdomains registriert werden. Der Zweck hierbei ist, dass anhand der URL bereits der Typ einer Seite zu erkennen ist. Zur Auswahl stehen dabei org.uk für nicht-kommerzielle Organisationen, .me.uk für private Seiten – aber auch co.uk für kommerzielle Unternehmen.

Diesen Umstand macht sich das Unternehmen zunutze. Mit dem Betreff “Rechtliche Klärung wegen x.co.de” versucht entsprechend Druck beim Empfänger aufzubauen. Im Anschluss ist das Schreiben in einem Stil gehalten, dass man der Meinung sein könnte, dass es sich hierbei um eine First-Level Domain handelt für Unternehmen, welches von einer offiziellen Registrierungsstelle – ähnlich der Denic – ausgegeben wird. Dieser Eindruck wird auch durch Phrasen wie “Sunrise-Phase” und “Landrush-Phase” verstärkt, da diese mit dem Start der .eu Domains vor einigen Jahren in der Presse ziemlich bekannt wurden.

Aber was bekommt man nun eigentlich? Im Endeffekt bekommt man für die 99 Eur/Jahr „nur” das Recht vorab eine einfache „private” Subdomain unterhalb von .co.de vom Inhaber der Domain, welche zur der eigentlichen Homepage weiterleitet. Im Schreiben nur indirekt angedeutet wird ist, dass es später noch eine weitere Möglichkeit geben wird an eine Subdomain zu kommen. Laut heise.de werden später die Subdomains in einer werbefinanzierten Form kostenlos ausgegeben werden. Im Endeffekt ist letzteres also nichts anderes wie das, was de.vu und viele andere Dienste wie Alpennic kostenlos anbieten – werbefrei. Das Unternehmen bietet im übrigen auch an, falls man die 99 Eur/Jahr nicht aufbringen möchte, die Subdomain sperren zu lassen. Dies bedeutet allerdings auch, dass keine kostenlose Registrierung für das eigene Unternehmen mehr möglich sein dürfte. Die Option der Sperre macht das ganze Schreiben allerdings meiner Meinung nach nicht wirklich besser.

Gehört einem dann wenigstens die Subdomain?  Nun, ich bin kein Rechtsanwalt, aber im Bestellformular behält sich die Websuche Search Technology GmbH & Co.KG das Recht vor jederzeit fristlos den Vertrag kündigen zu können. Ein solches fristlose Kündigungsrecht findet sich bei “richtigen” Domains nicht. Es ist halt im Endeffekt wirklich nur eine einfache Subdomain, die von einem normalen Domaininhaber kostenpflichtig zur Verfügung gestellt wird. Im Gegensatz zu .co.uk Domains erhält man zumindest keine Domain von einer offiziellen Vergabestelle für Länderdomains, welche auf den eigenen Namen registriert wird.

Ich kann eigentlich nur den Tipp geben den Brief einfach zu ignorieren und keine Subdomain zu bestellen. Das ganze ist schlichtweg rausgeworfenes Geld. Während in Großbritannien .co.uk absolut gängige Domainendungen sind, so hat .co.de zur Zeit in Deutschland absolut keine Bedeutung. Aber  schauen wir mal, was die Zukunft so bringt. Vielleicht lassen auch einmal ein paar Unternehmen das Schreiben von einem Gericht prüfen, ob dieses nicht zum Beispiel unlautere Werbung darstellt.

Wie bereits gebloggt, hatte die Denic vergangene kurzfristig Woche die eigene Zone für Domainnamen mit nur einem oder zwei Zeichen geöffnet Wie zu erwarten war, kam es dabei zu einem ziemlichen Chaos. Wie groß allerdings das Chaos allerdings tatsächlich war, kommt nun – unter anderem durch ein Denic Mitglied – erst langsam in die Öffentlichkeit.

Im Basic Thinking Blog hat mein Kollege André Vatter einmal zusammengestellt zu welchen Problemen es genau kam. Durch ein auf Wikileaks veröffentliches internes Papier der Denic werden dabei auch Details öffentlich, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit gedacht sind.

Gespannt bin ich auf jeden Fall auch einmal darauf, ob jemals heraus kommt, wie Michael Koenig zu seiner auffällig hohen Anzahl von Domains gekommen ist. Zumindest scheint er aktuell seine “Schäfchen” zu versuchen ins Trockene zu bringen, indem er seine Domains in die USA umzieht und dort eigens für die Domains Unternehmen gründet. Selbst dem Staat Florida ist dies mittlerweile suspekt geworden und hat die ersten Anträge abgelehnt.

Wenn man sich das ganze anschaut, dann kann man eigentlich nur fordern, dass die Domainvergabe komplett zurückgenommen wird und zu einem späteren Zeitpunkt, diesmal deutlich besser organisiert, erneut startet. Es ist zwar unschön für die Personen, die eine Domain zugeteilt bekommen haben, aber es ist meiner Meinung nach der einzige Weg, wie man das ganze für beide Seiten noch halbwegs fair durchgezogen bekommt.

Mittlerweile sind übrigens, nur einmal am Rande erwähnt, auch die ersten Gerichtsverfahren wegen bestimmter Kurz-Domains gestartet worden und die Entscheidung der Gerichte dürfte hier auch spannend anzusehen sein.