Jens Dutzis Life

Linux, Server, Webhosting and more ;-)

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Nun, auch wenn dieses Blog vielleicht in Zukunft aus China nicht mehr zu lesen sein wird, so gab es für einigen Tagen bei der Registrierungsstelle für die chinesische TLD einige Änderungen – relativ unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit in der “westlichen” Welt.

Wer sich die Homepage der verantwortlichen Registrierungsstelle [EN] einmal anschaut, der wird feststellen, dass nur noch Unternehmen neue Domains registrieren dürfen und auch nur dann, wann diese sich mit offiziellen Papieren ausweisen können. Wer diese Dokumente nicht innerhalb von 5 Arbeitstagen vorweisen kann, dessen Registrierungsantrag wird automatisch gelöscht.

Laut der Registrierungsstelle dient dies um die Genauigkeit der Registrierungsdaten zu verbessern. Im Endeffekt bedeutet dies aber nichts anderes, als dass seit dem 14.12.2009 für Privatpersonen die Registrierung von .cn-Domains unmöglich ist.

stopp-kinderporno_4[1] Der Druck durch die Bevölkerung hat anscheinend nun doch seine Wirkung nicht verfehlt. Relativ früh hat die FDP bereits gesagt, dass es mit ihr kein Netzsperren geben wird und hat sich nun konnte sie sich bei den Koalitionsverhandlungen durchsetzen. Wäre die Netzgemeinde nicht so aktiv gewesen bei diesem Thema, denke ich nicht, dass die FDP sich dem Thema angenommen und auch durchsetzen hätte können.

Blöd ist es natürlich jetzt für die Provider, die vor einigen Monaten im vorrauseilenden Gehorsam angefangen haben die vom Gesetz geforderte Sperreinrichtung zu installieren. Wetten, dass es hier Schadensersatzforderungen geben wird?

Ich frage mich auch, was jetzt Frau von der Leyen jetzt machen wird. Konsequenterweise müsste sie ja jetzt aus der eigenen Partei austreten. So wie sie sich für den (vermeintlichen) Schutz der Kinder (ja denkt denn niemand an die Kinder?! :-P ) eingesetzt hat, sollte es eigentlich mit ihrem Gewissen unvereinbar sein Mitglied einer solchen Partei zu sein. Oder wird sie doch schlichtweg an der eigenen Macht festhalten und selbst die Niederlage als angeblichen Erfolg feiern.

Jedenfalls ist das Ergebnis der Verhandlungen meiner Meinung nach bei diesem Thema ein voller Erfolg. Man möchte jetzt verstärkt das löschen solcher Seiten forcieren und gleichzeitig die internationale Zusammenarbeit ausweiten. Im Endeffekt also genau das, was die Netzgemeinde von Anfang an gefordert hat.

Stoppschild…oder wie es der NDR in Zapp letztens nannte, “Viel Show und wenig Konkretes”. Es ist doch interessant zu sehen, wie die Meinung der öffentlichen Medien mittlerweile doch ziemlich gegen Frau von der Leyen kippt. Das Bild der erfolgreichen Politikerin bekommt so langsam die ersten Kratzer.

Der erwähnte NDR Bericht kann – natürlich nur von Rundfunkgebührenzahler ;-) — kostenlos unter http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/media/zapp3290.html angeschaut werden. Der rund 10-minütige Bericht ist definitiv sehenswert.

StoppschildDie letzten Wochen war es eigentlich neben der Wirtschaftskrise das Hauptthema – die Sperre von Internetseiten mit kinderpornografischen Angeboten. Dabei wurde mit allen Mitteln gekämpft. Es gab dubiose Umfragen, Unterstellungen, peinliche Fernsehauftritte und einiges mehr. Es ist eine regelrechte Schlammschlacht geworden.

Mittlerweile allerdings ist die Stimmung allerdings am kippen und das nicht nur, weil die eingereichte Petition gegen Indizierung und Sperrung von Internetseiten mittlerweile kurz davor steht den 89.000 Unterzeichner zu begrüßen – jeder Mit-Unterzeichner ist dabei weiterhin willkommen. Es dürfte auch daran liegen, dass mittlerweile etablierte Medien wie “Die Zeit” in einem interessanten Artikel die Argumentation von Frau von der Leyens regelrecht zerlegt.

Mittlerweile bringen auch die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender deutlich differenziertere Berichte über dieses doch wichtige Thema. Ein gutes Beispiel für einen solchen Bericht kam gestern im NDR fernsehen in der Sendung “Zapp”. Einen Mitschnitt der Sendung findet sich übrigens auf der Homepage des NDR und ist definitiv das anschauen wert. Natürlich aber bitte nur anschauen, sofern man seine Rundfunkgebühren bezahlt hat ;-)

Durch meine Arbeit bei onlinekosten.de komme ich auch immer wieder in Berührung mit DPA Meldungen. Heute kam über den DPA-Ticker eine Hintergrundmeldung, die darstellen soll, wie wirkungslos die heute beschlossenen Internet-Sperren eigentlich sind. Die Meldung wurde dabei von verschiedenen Medien praktisch unverändert übernommen [1] [2] [3].

Auf das eigentliche Thema möchte ich allerdings nicht eingehen, sondern einmal aufzeigen, welche Fehler in DPA-Meldungen sein können. In der original DPA Meldung kommt folgender Satz vor:

Wenn ein Website-Betreiber für die Übersetzung seiner Domain in die entsprechende IP-Adresse alternativ einen Dienst wie OpenDNS statt den Server seines Providers verwendet, kann er die Sperre ebenfalls überwinden.

Der Satz ist komplett falsch und würde zu einer Nichterreichbarkeit der Internetpräsenz führen. Welchen Vorteil würde es bringen, wenn ein Webseiten-Betreiber seinen eigenen Nameserver austauscht? Unabhängig davon, dass der Tipp technisch überhaupt keinen Sinn ergibt und so nie funktionieren würde sollte einem auch die Logik schon weiterhelfen. Der Nameserver des Seitenbetreibers dient dazu die zu einem Domainnamen dazugehörende IP-Adresse zu melden.

Wie arbeitet nun die geplante Sperre? Jeder Internet-Nutzer bekommt von seinem Provider in der Regel einen Nameserver automatisch zugeteilt, der vereinfacht ausgedrückt nichts anderes macht als zu schauen, welche IP-Adresse zu einem Domainnamen gehört und falls er diese nicht bereits hinterlegt hat, fragt er hierfür den Nameserver des Seitenbetreibers ab. Soll eine Domain gesperrt werden, so wird im Nameserver des Providers einfach fest eine falsche IP-Adresse für einen Domainnamen hinterlegt. Dadurch ist es für den Nameserver des Providers auch nicht notwendig bei dem Nameserver des Seitenbetreibers die IP-Adresse abzufragen. Welchen Vorteil würde jetzt der Seitenbetreiber haben, wenn er seinen Nameserver austauscht, denn er wird im Fall einer Sperre gar nicht abgefragt.

Von Erfolg gekrönt wäre im Gegensatz zu dem Tipp der DPA folgender Weg. Wenn der Internet-Nutzer für die Übersetzung einer Domain in die entsprechende IP-Adresse anstatt des seinem Internetprovider zugeteilten Nameserver einen alternativen Nameserver-Dienst wie OpenDNS verwendet, kann er die Sperre ebenfalls überwinden.

Wie man übrigens die Nameserver von OpenDNS bei sich einrichten kann, findet sich auf der “Start using OpenDNS” Seite. Der Dienst ist im übrigen kostenlos und kann unabhängig von der eigenen Hard– und Software verwendet werden. Es ist egal, ob man über einen Router ins Internet geht oder sich via ISDN-/Modem direkt ins Internet vom Betriebssystem aus einwählt. Neben dem “normalen” Nameserver-Funktionen bietet übrigens OpenDNS einige sehr interessante zusätzliche Funktionen wie ein Schutz gegen Botnets, Schutz vor Phishing-Seiten Statistiken, und vielem mehr. Der Dienst ist auf jeden Fall einen Blick wert und steigert die eigene Sicherheit im Internet.

Es zeigt aber auch, dass die geplante Sperre absolut wirkungslos ist. In der Schule würde ein Lehrer folgendes schreiben: „Thema verfehlt, 6″. Es bestätigt aber auch, dass es praktisch unmöglich ist bestimmte Seiten im Internet wirksam zu sperren.